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Der Mensch schläft nicht nur, um zu ruhen, sondern auch um zu erkennen, dass das Kommen und das Gehen in der Welt sich auch im Schlafen und Aufwachen ausdrückt. So wie der Mensch jeden Morgen aufwacht, so ist es das Schöpfungsprinzip, dass alles, was einschläft, was in der Finsternis als „tot“ erfahren wird, dasselbe ist wie das Schlafengehen, dem das Aufwachen folgt, solange der Mensch in der Erscheinungsform der jetzigen Welt existiert. Schon im Blinzeln der Augen ist diese Kommen und Gehen ausgedrückt. Das Atmen ist auch ein Ausdruck des Weges der Schöpfung.
Friedrich Weinreb, Schöpfung im Wort, Friedrich Weinreb Stiftung, Winterthur, 2012, S. 621
Kommen und Gehen sind Ausdruck unseres Lebens in dieser Welt.
Wir kommen auf die Erde … und gehen irgendwann.
Wir starten in jeden Tag … und beenden ihn irgendwann.
Wir wachen … und wir schlafen irgendwann.
Wir atmen ein … und wir atmen irgendwann aus.
Das ist der Rhythmus des Lebens.
Kein Mensch kommt daran vorbei. Keiner kann das vermeiden.
Und so gehören Begrüßen und Abschiednehmen mitten in unseren Alltag.
Genauso wie Einschlafen und Wachwerden.
Genauso wie Neubeginn und Abschluss.
Es ist derselbe Ablauf.
Tag für Tag. Atemzug für Atemzug. Blinzeln für Blinzeln.
Diese Beobachtung von Friedrich Weinreb findet sich wieder in allen Lebensführungen.
Schauen wir uns das noch für andere Situationen an:
Wir kommen zusammen … und gehen wieder auseinander.
Wir suchen Nähe … und suchen den Abstand.
Wir empfangen … und wir geben.
Wir binden … und wir befreien.
Wir arbeiten … und wir ruhen.
Wir sagen Worte … und wir hören Worte.
Wir sind unterwegs … und kehren wieder zurück.
Das – und noch viel mehr – ist die ewige Verbindung, die in unserem Leben Augenblick für Augenblick pulsiert.
Und was heißt das nun für uns?
Wir müssen die Verbindung leben … nicht die Unterschiede benennen oder die Wechselbeziehung trennen.
Die Vereinigung ist’s.
Die Einheit macht’s.
Im Zusammenspiel lebt’s.
Ich brenne für ein Leben, das diesen Takt der Schöpfung betont und verwirklicht, und du?


