Ohne Zuordnung

    HERRSCH:SUCHT

    Die Sucht zu herrschen
    stürzt das Menschengeschlecht in großes Unglück
    und bringt es an den Rand des Verderbens.
    Augustinus Aurelius (354 bis 430), aus: Vom Gottesstaat (De civitate Dei), 413-426. 3.14

    Wer die Welt beobachtet, entdeckt:
    Wir Menschen haben eine unbändige Neigung zum Herrschen. Wir sind irgendwie anfällig für Macht – Augustinus verwendet das Wort „Sucht“, um die Intensität dieser Neigung zu beschreiben.
    Vermutlich würden wir alle uns dagegen verwehren, herrschsüchtig genannt zu werden. Aber vielleicht steckt es doch tiefer in uns, als wir denken.
    Es fängt schon früh an. Als Kleinkinder plärren wir so lange, bis wir unseren Willen bekommen. Als Jugendliche schlagen wir beleidigt die Tür hinter uns zu und strafen damit. Mit dem Älterwerden erweitern wir nach und nach unser Repertoire an „Machtausübung“, mal offen, mal heimlich, mal gewaltsam, mal berechnend.
    Wir würden es niemals Herrschsucht nennen … allenfalls rechthaben, gewinnen, erziehen, vorangehen, beeinflussen, überreden, prägen, Einfluss nehmen, Freiheit leben.

    Ich erschrecke immer wieder, wie anders Jesus denkt:
    „Ihr wisst: die Herrscher der Völker, die Großen in der Welt, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. Bei euch muss es anders sein! Wer unter euch groß sein will, soll euer Diener sein, und wer an erster Stelle stehen will, soll euch Sklavendienste leisten.
    Genau gleich wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für alle Menschen hinzugeben.“ (Matthäus 20, 25-28)


    Jesus macht hier unmissverständlich deutlich:
    Es geht im zwischenmenschlichen Miteinander nie ums Groß-Sein, sondern ums Dienen.
    Die feinen Spielarten des Herrschens, die wir nur zu gut kennen, sind nicht im Portfolio eines Gottes-Dieners.
    Größe zeigt sich nicht durch Macht, sondern durch Dienst,
    nicht durch Rechthaberei, sondern durch Demut,
    nicht durch darstellen von Größe, sondern durch hinabsteigen zur Größe.
    Das ist so anders.
    Jesus ist so anders.
    Er stellt alles bisher Gedachte und Gelebte auf den Kopf.
    Er lebt eine Orientierung nach „unten“ – und war darin auf dem Weg nach oben.
    Er lobt Menschen, die anderen dienten – und bezeichnete das als Größe.
    Er gibt sein Leben – und befreit dadurch alle Menschen.
    Das stellt Jesus als Größe-Ideal vor: Menschen dienen und in die Freiheit führen.
    Nicht bedienen lassen, sondern dienen.
    Nicht drücken, sondern befreien.

    So wär ich gerne.

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