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    LEBENS:WERT

    Was dem Leben Wert gibt,
    kannst du erreichen – und verlieren.
    Doch nie besitzen.
    Diese „Wahrheit über das Leben“ gilt von Anfang bis Ende.
    Dag Hammarskjöld, Jeder Tag – ein Leben, Verlag Neue Stadt, München, 2011, S. 4

    Eine steile Behauptung, die der Friedensnobelpreisträger Dag Hammarskjöld hier aufstellt:
    „Alles Wertvolle im Leben können wir nie besitzen.“
    Stimmt das?

    Um das zu beurteilen müssen wir zuerst wissen, „was dem Leben Wert gibt“.
    Was erleben wir eigentlich als erfüllend, sinnvoll und wertvoll in unserem Leben?
    Ich versuche für mich, ein paar Antworten zu finden:
    Geliebt werden – und selbst lieben.
    Freisein – und selbst befreien.
    Gesehen werden – und selbst wahrnehmen.
    Zuhause geben – und selbst zugehörig sein.
    Orientierung geben – und selbst geführt werden.
    Hilfe geben – und selbst Hilfe erfahren.
    Glücklich machen – und selbst zufrieden sein.
    Sicherheit geben – und selbst sicher sein.
    Erfüllung geben – und selbst Erfüllung erleben.
    Heilung ermöglichen – und selbst heil sein.
    Verbindung schaffen – und selbst verbunden sein.
    Vergebung erhalten – und selbst vergeben.
    Glauben weitergeben – und selbst glauben können.
    Treue erleben – und selbst treu sein.
    Freundschaft geniessen – und selbst Freund/in sein.

    Das alles, sind Werte, die in die Tiefe gehen und Frieden geben.
    Werte, die wir mal leben, ein anderes Mal auch verleugnen;
    die uns mal geschenkt sind, uns ein anderes Mal auch verloren gehen.
    Ich kann sie nicht als Eigentum betrachten.
    Ich hab sie nicht ein für allemal in der Hand.
    Ich kann sie in keinem Fall garantieren.

    Was meinem Leben wirklich Tiefe gibt, besitze ich nicht.
    Was meinem Leben wirklich Bedeutung verleiht,
    ist mehr Geschenk als Leistung,
    mehr Segen als Erfolg,
    mehr Gabe als Aufgabe,
    mehr Gunst als Selbstwirksamkeit.
    Ich kann mich dafür öffnen, darauf warten und dafür brennen –
    aber ich kann nicht garantieren, dass jederzeit alles „Wertvolle“ bei mir bleibt.

    Je länger ich schreibend darüber nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass Hammarskjöld damit recht hat, wenn er diese Zusammenhänge als „Wahrheit über das Leben“ bezeichnet …

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