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Friede zwischen den Menschen
hängt von der Achtung voreinander ab.
Achtung vor dem Menschen
heißt Achtung vor seiner Freiheit.
Abraham J. Heschel, in: Die ungesicherte Freiheit, Neukirchener Verlag, 1985, S. 147
Nachdem es in der vergangenen Woche um die „Achtung vor dem Wort“ ging, hören wir nun Worte über die „Achtung vor dem Menschen“.
In dem Zitat des jüdischen Religionsphilosophen Abraham J. Heschel wird die „Lösung“ für eins der dringlichsten Probleme unserer Zeit beschrieben:
Achtung voreinander.
So einfach?
So einfach ist Frieden möglich?
Schauen wir mal näher hin …
Was ist eigentlich Achtung?
Das ist schwer zu definieren – vielleicht auch, weil dieses Wort so wenig gebraucht wird … die Antonyme dagegen umso mehr.
Ihr wisst, was Antonyme sind?
Das sind Worte, die das Gegenteil eines Begriffs ausdrücken. In der deutschen Sprache werden in vielen Fällen Antonyme durch das Voranstellen der Vorsilbe un-/miss-/ver- gebildet.
Das Gegenteil von Achtung ist Missachtung … oder auch Verachtung) – und hier spüren wir genau, was damit gemeint ist. Mit diesen Gegenteilworten wird nicht nur klar, was Achtung nicht ist, sondern auch, was Achtung im Tiefsten ist.
Wie zeigt sich eigentlich Achtung?
Ich zähle mal ein paar mögliche „Zeichen“ auf:
Die Gaben des anderen wertschätzen.
Die Gefühle des anderen ernst nehmen.
Die Würde des anderen würdigen.
Das Ansehen des anderen sehen.
Die Grenzen des anderen akzeptieren.
Die Freiheit des anderen bewachen.
Das Geheimnis des anderen respektieren.
Den Glauben des anderen anerkennen.
So wird Friede möglich – hält Heschel fest. Mit dieser Haltung wird der Weg für Frieden gebahnt.
Friedensstifter sind wir dann, wenn wir die Achtung gegenüber anderen hegen und pflegen.
Und schön wäre es, wenn zusätzlich immer auch Raum für die Selbst:Achtung bliebe.
Was für zentrale Worte für unsere mehr und mehr achtungsarme Zeit!




