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    INNEN:FRIEDEN

    Foto von Kristina Flour auf Unsplash

    Um inneren Frieden zu bewahren,
    soll man auch sorgfältig vermeiden,
    über die Fehler anderer zu reden.

    Seraphim von Sarow (1759 bis 1833), aus: Pierre Lefèvre (Hg.), Schätze der Spiritualität, Verlag Josef Knecht 2004, S. 61

    Ich bin gerade auf dem SPRING-Festival der Evangelischen Allianz in Deutschland.
    Das Thema des Festivals lautet in diesem Jahr „Friede mit dir„. Hier geht es Tag für Tag um menschlichen Frieden und göttlichen Frieden, um die Fragilität des Friedens und die Stärke des Friedens, um äußeren Frieden und inneren Frieden.
    Zum inneren Frieden hat der russische Eremit Seraphim von Sarow auch etwas zu sagen. Er bringt unseren inneren Frieden in direkte Verbindung mit unseren gesprochenen Worten.
    Denn Reden kann heilsam sein.
    Es befreit, Gefühle in Worte zu fassen,
    Ungerechtigkeiten eine Stimme zu geben,
    Ungreifbarem Ausdruck zu verleihen.
    Reden kann aber auch giftig sein.
    Es zerstört, Menschen abfällig herabzusetzen,
    Vorwürfe laut herauszuschreien,
    Schwächen gnadenlos hervorzuheben.

    Garantiert setzt man so den Frieden auf’s Spiel und begünstigt den Krieg.
    Seraphim von Sarow geht sogar noch tiefer und behauptet, dass nicht nur der Friede miteinander, sondern auch unser eigener, innerer Friede vom Schweigen über Fehler anderer abhängt.
    Dahinter steht die Wahrheit, dass im Reden über die Fehler anderer unser Innerstes aufgewühlt wird, unsere Emotionen getriggert werden und unsere Überheblichkeit entfesselt wird.
    Doch noch mehr passiert:
    Der Abstand zu Anderen wird größer.
    Fehlerwirkungen werden verstärkt.
    Vertrauen wird zerstört.
    Und so verschwindet nach und nach der Friede aus dem eigenen Herzen – und aus der Beziehung zu unseren Mitmenschen.

    Eine hilfreiche Wort:Anweisung dazu finden wir im etwas unbekannteren Teil der Bibel:
    Hast du etwas gehört, so lass es mit dir sterben.
    Sei ohne Sorge, du wirst ja nicht davon bersten!
    Aber aus einem Narren bricht es heraus wie ein Kind, das geboren werden will.
    […] Stell deinen Freund zur Rede. Vielleicht hat er’s nicht getan.
    Hat er’s aber doch getan, damit er’s nicht wieder tut. (Jesus Sirach 19,10.11.13 LUT)

    Okay. Das ist deutlich.
    Dann sollten wir unsere Worte wohl bedachter wählen …

    Übrigens:
    Gerede über Schwächen und Fehltritte andere Menschen vergiftet immer alle:
    Sprecher, Hörer und Beziehungen.

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