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In gewisser Weise stehen wir stets vor der Entscheidung
Henri Nouwen in einem Brief an einen Freund, aus: Love, Henry, adeo Verlag Asslar 2017, S. 295
zwischen Tod und Leben,
und Gott fordert uns auf: „Wähle das Leben.“
Tod und Leben – Kreuz und Auferstehung.
Der Tod hat seine Macht verloren – das feiern wir an Ostern.
Das Leben gewinnt – das ist die Botschaft der Auferstehung.
Doch meist fühlt sich das nicht so an, weil der Tod so viel mächtiger scheint, als das Leben.
Denn noch immer sind wir dem Tod unausweichlich ausgeliefert – das ist unsere Realität.
Die Wirklichkeit Gottes sieht anders aus. An Ostern wird sichtbar: Der Tod ist besiegt, das Leben hat gewonnen
Wir tauchen in diese Wirklichkeit ein, indem wir dem Leben Raum geben,
dem Lebendigen,
dem Lebensfördernden,
dem Lebenswerten,
dem Lebensfrohen,
dem Lebensbejahenden,
dem Lebensnahen.
Henri Nouwen zitiert in dem oben genannten Brief den Teil eines bekannten Satzes aus der Bibel:
„Ich stelle dich heute vor die Entscheidung zwischen Leben und Tod, zwischen Segen und Fluch.
Wähle das Leben.“ (5. Mose 30,19 BB)
Jeden Tag stehe ich vor der Wahl.
Und jeden Tag kann ich mich für’s Leben entscheiden,
selbst wenn die Schatten des Todes auf mich fallen,
selbst wenn die Realität der Endlichkeit mich trifft,
selbst wenn der Fortschritt des Alters mich prägt.
Wenn ich dem Leben meine Stimme gebe, wähle ich damit
die Offenheit für neue Wege,
die Hingabe an neue Lebensführungen,
die Ausrichtung auf neue Möglichkeiten.
Ich liebe es, wie Phil Bosmans Ostern beschreibt und in der Natur wiederfindet:
„Auf zu einem neuen Frühling, zu neuem Licht, zu neuen Möglichkeiten. […] In jedes Blatt eines Baumes hat Gott Auferstehung geschrieben – Und ganz bestimmt auch in dein armes Menschenherz.“
Phil Bosmans in: Leben jeden Tag – 365 gute Gedanken, Herder Verlag Freiburg 2016, S. 49
An Ostern wird klar:
Was leblos war, kann lebhaft werden.
Auf zu neuen Möglichkeiten!


