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Wie Erde gegenüber dem Himmel,
das Böse gegenüber dem Guten,
so der Neid gegenüber der Liebe.
Friedrich Weinreb (1910 bis 1988), Was ist beten?, Verlag der F. Weinreb Stiftung, Zürich, 2009, S. 49
Neid als Gegenteil von Liebe. Was für ein Gedanke!
Begeben wir uns mal auf den Weg zur Wahrheit dieser Aussage:
Neid entsteht, wenn wir etwas begehren, es nicht bekommen, aber ein anderer es bereits in seinem Besitz hat.
Ich hab von Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gelesen. Sie entdeckten, dass rund zwei Drittel der Deutschen neidisch sind auf andere. Die Hauptobjekte des Neides seien finanzielle Unabhängigkeit, materieller Besitz und ein besserer Lebensstil. Überwiegend seien Menschen neidisch auf Freunde oder Bekannte.
Es gibt eine gewisse Nähe des Neides zur Eifersucht … dennoch sind beide in Ursache und Wirkung unterschiedlich:
Neid lebt vom Wunsch – Eifersucht lebt von Verlustangst.
Neid führt zu Ablehnung – Eifersucht führt zu Hass.
Neid verliert das Wohlwollen – Eifersucht verliert die Beherrschung.
Neid entfacht Gefühle der Ungerechtigkeit – Eifersucht entfacht Gefühle der Angst.
Neidische Menschen stecken fest im Vergleichen.
Sie nehmen Maß am Ergehen anderer.
Sie bleiben hängen in ihren Gefühlen und verhindern ihr persönliches Weiterkommen.
So verlieren sie die Liebe zu anderen und zu sich selbst.
In diesem Sinn stimmt die Aussage des jüdischen Religionsphilosophen Friedrich Weinreb, dass sich Neid und Liebe ausschließen.
Und so nimmt das Unglück seinen Lauf.
Wie schon der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard im 19. Jahrhundert sagte:
„Alle Not kommt vom Vergleichen.“
Ein doppelter Gegenentwurf wäre meiner Meinung nach:
Gönnen-Können und Gunst-Kunst.
Wichtige Eigenschaften von Liebe … wichtiges Gegenkonzept zum Neid.


