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Gegenwart (…) gibt es nur insofern, als es Gegenwärtigkeit, Begegnung, Beziehung gibt. Nur dadurch, dass das Du gegenwärtig wird, entsteht Gegenwart. (…) Insofern sich der Mensch an den Dingen genügen lässt, die er erfährt und gebraucht, lebt er in der Vergangenheit, und sein Augenblick ist ohne Präsenz. Er hat nichts als Gegenstände; Gegenstände aber bestehen im Gewesensein. (…)
Martin Buber (1878 bis 1965), Ich und Du, Verlag Lambert Schneider, Gerlingen, 1997
Martin Buber spricht in seiner bekannten Schrift „Ich und Du“ über Begegnung, über Gegenwärtigkeit und über Präsenz. Ich liebe vor allem das Wort „Präsenz“, weil es etwas Lebendiges ausdrückt, das wir spüren, aber nicht greifen können.
Präsenz kommt auf uns zu.
Präsenz nimmt uns in Beschlag.
Präsenz ist mehr als bloßes Anwesend-Sein.
Ein Mensch kann einfach nur da sein … oder er kann wirkungsvoll präsent sein.
Präsenz macht den Unterschied.
Manchmal reicht die bloße Nähe (Da-Sein) eines Menschen, um diese Präsenz zu erleben … manchmal sind es zusätzlich Worte z.B. Ermutigungen, Berührungen oder Beobachtungen, die die Präsenz verstärken.
Manche Menschen berichten davon, die Präsenz anderer Menschen vor allem durch das Erleben von Güte, Erbarmen und Liebe zu spüren.
Vielleicht habt ihr eine solche Präsenz ja auch schon erlebt, …
… als ihr mit Menschen zusammen wart,
… als ihr beim Beten die Gegenwart Gottes gespürt habt,
… als ihr plötzlich durch ein Bibelwort angesprochen wurdet,
… als ihr einen Besuch bekommen habt, der genau zur richtigen Zeit kam,
… als ihr einen Podcast gehört habt, der euch angesprochen hat,
… als ihr von anderen Menschen gesegnet wurdet.
Präsenz trägt in sich die Fähigkeit,
Trost zu spenden,
Veränderung zu bewirken,
Gemeinschaft zu stiften.
Gegenstände können da sein … Menschen allerdings können präsent sein und so Begegnung schaffen.
Und – so Martin Buber – „alles wirkliche Leben ist Begegnung“.
Präsenz macht Beziehung lebendig.
Und noch etwas:
Präsenz – davon reden auch die christlichen Mystiker – erleben wir vor allem, wenn wir „aufmerksam sind“ und „bleiben“. Sie berichten, dass wir die Präsenz Gottes vor allem in der Stille erleben – und indem wir uns Zeit nehme und unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren.
Das ist für mich die Krönung des „Präsenz:Lebens“.


