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Die Neigung, in anderen immer das Gute zu sehen,
Thomas von Aquin (1225 bis 1274)
zeugt von einem großen Herzen.
Er wurde 1869 in der indischen Provinz Gujarat geboren. Als Sohn eines Ministers genoss er viele Vorzüge, war aber eher ein schwieriges Kind, sensibel und schüchtern. Im Alter von 13 Jahren wurde er zwangsverheiratet. Die Ehe hielt 62 Jahre lang bis zum Tod seiner Frau im Jahr 1944. Im Lauf seines Lebens verbrachte er insgesamt acht Jahre im Gefängnis, obwohl er stets gewaltfrei handelte. Er war der Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung und setzte sich für die Rechte der Unberührbaren und der Frauen ein. Außerdem kämpfte er für die Versöhnung zwischen Hindus und Muslimen. 1948 beendete ein Attentat sein Leben.
Sein Name: Mahatma Gandhi.
Irgendwann in seinem Leben hatte er fünf Vorsätze formuliert, die er jeden Tag leben wollte:
1. Ich will bei der Wahrheit bleiben.
2. Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen.
3. Ich will frei sein von Furcht.
4. Ich will keine Gewalt anwenden.
5. Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.
Das Gute in jedem sehen … gar nicht so einfach!
Aber wichtig – findet Paulus zumindest, als er den Satz veröffentlicht:
„Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann.“ (Die Bibel in Römer 12,17 LUT)
Vielleicht hilft dir ja die Übung, für jeden Menschen zu überlegen, welche Stärken er oder sie hat.
Ein Grund:Satz, den meine Frau und ich uns füreinander und für andere verankert haben, ist:
„Die starken Seiten des anderen sind die entscheidenden Seiten.“
Die starken Seiten: das sind die Gaben, die Qualitäten, die Dinge, die Gott in einen Menschen hineingelegt hat.
Denn: Was jemand ist und was jemand kann, ist wichtiger als das Unvermögen,
die Schwächen,
die Macken,
die Äußerungen.
So über andere zu denken, ist ein Weg, zuerst „das Gute zu sehen“.
Wir brauchen dieses „große Herz“, von dem Thomas von Aquin redet. Wir reiben uns sonst wund an den Schwächen, der Gleichgültigkeit, den Unvollkommenheiten und den vermeintlichen Motiven unserer Mitmenschen.


